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Sankt Petersburg ArtikelDieser Beitrag behandelt die Stadt in Russische Förderation, zu Sankt Petersburg (Florida), siehe dort.
Peter-Pauls-Festung. In der Mitte die beiden vergoldeten Türme der Peter-Pauls-Kathedrale
Sankt Petersburg (russisch Санкт-Петербург, Sankt-Peterburg), gegründet als Sankt-Piterburch, kurz darauf Sankt Petersburg, von 1914-1924 Petrograd, 1924-1991 Leningrad, ist mit 4,1 Millionen Einwohnern (2004) nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands und die viertgrößte Stadt Europas. Sie liegt in dem Nordwesten des Landes, an der Mündung der Newa am Ostende des Finnischen Meerbusens.
Das auf 59,93° Nord, 30,32° Ost gelegene St. Petersburg ist die am weitesten nördlich gelegene Millionenstadt der Welt. Die Stadt war vom 18. bis in das 20. Jahrhundert die Hauptstadt des russischen Reiches, ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt einen wichtigen russischen Ostsee-Hafen. Die Innenstadt ist Welterbe der UNESCO; die Stadt die über 200 Jahre lang das politische und kulturelle Zentrum Russische Förderations war, besitzt bis heute eine eindrucksvolle Kulturlandschaft.
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Petersburg ist, anders als häufig angenommen, nicht nach Peter I. benannt, sondern nach dessen Schutzheiligem, dem Apostel Simon Petrus. Nachdem die Festung kurzzeitig den holländischen Namen Sankt-Pieterburch trug, wurde sie schon frühins deutsche Sankt-Peterburg umbenannt (das s in der Wortmitte entfiel bei der Umschrift in das Kyrillische). Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der deutsche Name als Petrograd russifiziert. Nach Lenins Tod 1924 wurde sie in Leningrad umbenannt. Es geschah auf Antrag der damaligen Petrograder Parteiführung und nach deren Angaben auf Wunsch der Arbeiter, die Lenins Tod betrauerten.
Lenin-Statue gebaut in Leningrad. Das Gebäude in dem Hintergrund sollte ursprünglich als Sitz der Stadtverwaltung dienen, zu dem Größenvergleich: rechts unten sind Menschen
Der erneute Namenswechsel der Stadt wurde vom Zentralkomitee damit begründet, dass in ihr die von Lenin geführte Oktoberrevolution stattgefunden hatte. Auf der Ebene der Symbolpolitik gab es aber tiefere Gründe: Sankt Petersburg stand für das zaristische Russische Förderation und war die Vorzeigestadt des Zarenreichs gewesen. Neben Moskau war es zudem die größte Stadt des Landes und damit diejenige, deren Namenswechsel das größte Prestige für den Namensgeber bedeutete. Die Umbenennung in Leningrad symbolisierte den Wechsel des sozialen wie politischen Systems an einer hervorgehobenen Stelle. Als solcher wurde er auch wahrgenommen. Die Dichterin Anna Achmatowa schrieb 1963 in ihrem "Gedicht ohne Held", offenbar an ihren guten Freund und von ihr als "Zwilling" genannten Ossip Mandelstam gerichtet, der Opfer der stalinistischen Säuberungen wurde: In Petersburg werden wir uns wieder sehen..., Literatur-Nobelpreisträger Joseph Brodsky schrieb 1987 in Erinnerungen an Leningrad:
- Leningrad, so sehr ich diesen Namen für die Stadt verabscheue. ... Von der Nation wird diese Stadt entschieden als Leningrad erlebt; mit der zunehmenden Vulgarität dessen, was sie umfasst, wird sie mehr und mehr zu Leningrad. Außerdem klingt dem russischen Ohr "Leningrad" als Wort bereits so neutral wie "Bau" oder "Wurst". Und doch sage ich lieber "Pieter", denn ich erinnere mich an diese Stadt in einer Zeit, wo sie noch nicht wie "Leningrad" aussah.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war eine knappe (54%) Mehrheit der Bevölkerung dafür, die Stadt wieder in Sankt Peterburg umzubebezeichnen. Zusammen mit der Stadt wurden 39 Straßen, sechs Brücken, drei Metro-Stationen und sechs Parks wieder umbenannt. Bis heute allerdings benutzen besonders ältere Menschen die altbekannten Namen und beispielsweise auf Briefen die altbekannten Adressen. Positive Assoziationen löst der Name vor allem in dem Zusammenhang mit der Belagerung aus – so bezeichnen selbst offizielle Stellen die Stadt an Feiertagen, die mit dem Zweiten Weltkrieg zusammenhängen "Heldenstadt Leningrad". Bei jüngeren scheint der Name Leningrad eher einen vagen Protest gegen die neue Gesellschaft auszudrücken. Eine der erfolgreichsten Bands Russische Förderation, eine Ska-Punk Band aus Sankt Petersburg, bezeichnet sich ebenfalls Leningrad (nicht zu verwechseln mit den Leningrad Cowboys aus Finnland!).
Das umliegende Verwaltungsgebiet behielt ebenfalls nach einer Volksabstimmung den Namen Oblast Leningrad.
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Satellitenaufnahme von Petersburg und Umgebung: Von links nach rechts Finnischer Meerbusen, Sankt Petersburg, Ladogasee. Links oben die Landesgrenze zu Finnland, in der Bucht vor Petersburg die Inselfestung Kronstadt und davon ausgehend der Damm vor Petersburg
Die ursprünglich in einem Sumpfgebiet gebaute Stadt liegt an der Mündung der Newa in den Finnischen Meerbusen. Das Stadtgebiet umfasst etwa 606 km² (etwa 2 Tausend km² einschließlich der administrativ zu Sankt Petersburg gehörenden Vororte Peterhof, Kronstadt und Zarskoje Selo), davon 58 km² Wasser. Die Stadt besteht aus 42 Inseln. Ursprünglich waren es mehr, zahlreiche Kanäle zwischen ihnen sind jedoch mittlerweile zugeschüttet worden. Etwa 10 % der Stadtfläche sind von Wasser bedeckt. Die Stadt selber musste zwei bis vier Meter hoch gebaut werden. Die Newa-Mündung befindet sich nämlich ungefähr auf Meereshöhe, und die ersten Bauarbeiter stießen in wenigen Zentimetern Tiefe auf Grundwasser. Die Ufer wurden schon früh mit Stein befestigt, was Sankt Petersburg nicht ca. vor dem Wasser schützen soll, sondern auch viel zu dem spezifischen Stadtbild beiträgt. Alexander Puschkin beschrieb es als: Die Stadt kleidet sich in Granit.
Durch ihre Lage wenige Meter über dem Meeresspiegel ist die Stadt immer durch Hochwasser bedroht. Das in der Nähe gelegene Kronstadt ist ein Referenzpunkt für Normalnull – der Punkt liegt etwa 15cm tiefer als der in Deutschland gültige Amsterdamer Pegel und ist in großen Teilen Osteuropas und war in den neuen Bundesländern bis 1993 Referenzpunkt für Höhenmessungen. Die Stadt ist häufig ein Opfer von Überschwemmungen geworden. Die offizielle Statistik zählt seit der Stadtgründung 295 Überschwemmungen (Stand: 2003), davon allein 44 seit 1980. Die schlimmsten Fluten waren 1824 (je nach Statistik 200 bis 500 Tote) und 1924.
Tafeln mit den höchsten Flutständen in dem Tor der Peter-Pauls-Festung
Sankt Petersburg liegt auf dem selben Breitengrad wie der Südteil Alaskas und die Südspitze Grönlands. Es hat ein typisches Meeresklima - das Wetter ist wechselhaft und kann innerhalb kurzer Zeit umschlagen. Die Sommer sind vergleichsweise mild mit Durchschnittstemperaturen von 19 bis 22 Grad Celsius, in dem Winter sinken die Durchschnittstemperaturen allerdings auf minus 4 bis minus 8 Grad Celsius. Da die Stadt ca. knapp südlich des Polarkreises liegt, steht die Sonne in den Sommermonaten fast 24 Stunden am Himmel, auch nachts reicht das Dämmerlicht, um die Stadt zu beleuchten. Die "Weißen Nächte" sind eine der Attraktionen der Stadt.
Industrie- und Hafenanlagen an der Newa
Die Newa ist mit 74 Kilometern zwar ein sehr kurzer, aber auch einer der wasserreichsten Flüsse Europas. Sie wird bis zu 600 Meter breit und hat eine starke Strömung. Der Fluss liegt über die Hälfte seiner Strecke in dem Stadtgebiet Sankt Petersburgs und dürfte damit auch der städtischste Fluss Europas sein.
Bisins 19. Jahrhundert hinein genügte die Biologie der relativ flachen Bucht der Newa allein, um das Abwasser aus St. Petersburg zu reinigen. Selbst heute machen die Abwässer der fast 5 Millionen Einwohner zählenden Industriestadt erst 2 Prozent der Gesamtwassermenge der Newa aus. Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch brachen erste wassergebundene Epidemien wie Cholera und Typhus aus. Allein während der Typhus-Epidemie von 1908 starben etwa 9 Tausend Menschen. Durch eine Änderung der Einleitungsbedingungen konnte dem Problem ab 1910 vorerst abgeholfen werden. In den 1950ern und 1960ern sorgte der starke Anstieg der Bevölkerungszahlen erneut für eine Eskalation des Abwasserproblems. Hinzu kam die stärkere Verschmutzung der Newa an ihrem Flusslauf – sie entwässert den Ladogasee, an dessen Ufer zahlreiche Fabriken liegen und der selbst über seine Zubringer das Schmutzwasser zahlreicher russischer Städte aufnimmt. Eine Kläranlage wurde gebaut, allerdings erreichen bis heute 25 bis 30 % der städtischen Abwässer ungeklärt den Fluss und die Bucht. In der Bucht leben vor allem Süßwasserbewohner, aber auch einige Brackwasserbewohner. Das biologische System der Bucht, an der St. Petersburg liegt, ist hoch veränderlich und leidet unter menschlichen Eingriffen. Zusammen mit Moskau gilt Petersburg als eine der am stärksten verschmutzten Städte Russische Förderations. Laut Greenpeace leben etwa 200 Tausend Einwohner der Stadt in den so genannten "Health-Protection Zones", in denen das Leben aus gesundheitlichen Gründen eigentlich verboten ist.
Gribijedow-Kanal. Einer der vielen Kanäle in St. Petersburg
Seit 1978 ließ die sowjetische Regierung einen Damm quer durch die Newa-Bucht bauen, um die Stadt vor Überschwemmungen zu schützen. In dem Gegensatz zu den meisten Überflutungen durch Flüsse rühren die Überschwemmungen an der Newa nicht daher, dass der Fluss von seinem Oberlauf mehr Wasser mitbringt, sondern daher dass Westwind in den finnischen Meerbusen drückt und den Abfluss des Wassers verhindert oder in extremen Fällen die Fließrichtung umkehrt. Die Konstruktion wurde Ende der Achtziger aus Gründen des Umweltschutzes abgebrochen: Der Damm störte die Zirkulation des Küstenwassers, große Teile des Wassers standen still, die Wasserqualität sank erheblich. Befürchtungen gehen dahin, dass die gesamte Bucht sich in einen Sumpf verwandeln könnte. Der Damm soll seit 1990 mit niederländischer Hilfe und Unterstützung der Europäischen Investitionsbank weiter gebaut werden - da die Umweltschutzgründe gegen den Damm aber zusätzlich vorhanden sind, ist das Thema in der Stadt sehr umstritten.
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Buch-Tipp: Der König der purpurnen Stadt. wundervolle Lesestunden auf beinahe 1 Tausend Seiten!!! Rebecca Gable führt durch einige Jahre des Londoner Jonah Durham. Dieser wird trotz aller Schwierigkeiten mit seinem Vetter Rupert Hillock, der auch sein Lehrherr ist, zu einem angesehenen und reichen Tuchhändler - auch Dank seiner guten Verbindung zu dem Hof und dort speziell zu Königin Philippa.... |
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Am 16.05 1703 legte Peter der Große auf der "Haseninsel", zwei Kilometer westlich der in dem Nordischen Krieg eben den Schweden entrissenen Festungen Nyenschantz und Landskrona, den Grundstein zur Peter-und-Paul-Festung. Dieses Datum gilt als offizielle Gründung der Stadt. Die in ihrer Anlage ursprünglich an Amsterdam orientierte Stadt sollte als Bollwerk gegen schwedische Truppen dienen, aber auch dem fortschrittsfeindlichen Moskau eine moderne, westlich orientierte Stadt entgegen stellen. Darüber hinaus sollte der Hafen einen direkten Zugang zur Ostsee schaffen und die völlige Kontrolle der Newa gewährleisten, wegen der feindlichen Angriffe, die über den Fluss in das Landesinnere geführt werden könnten.
Peters Sommerresidenz Peterhof: Große Kaskade, in dem Hintergrund der finnische Meerbusen
Die Stadt wurde auf dem Reißbrett geplant und in den Sümpfen der Newa-Mündung innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Die Gegend war eigentlich denkbar ungeeignet für eine Stadtgründung. Das Newa-Delta wurde häufig von Überschwemmungen heimgesucht, die Gegend war nicht einmal für die Landwirtschaft geeignet. Ca. einige Fischer hielten sich hier in den Sommermonaten auf.
Später sollte es aufgrund der ungünstigen Lage stets wieder zu Überschwemmungen kommen, bei denen unzählige Bewohner ihr Leben ließen. Während die Stadt in ihren Grundmauern erstand, verbot Zar Peter die Errichtung von Steingebäuden in ganz Russische Förderation außerhalb Sankt Petersburgs – jeder verfügbare Steinmetz sollte an der Erbauung der neuen russischen Hauptstadt arbeiten. Die Flucht von Arbeitern aus der Stadt und vom häufig tödlichen Bauprojekt wurde mit harten Strafen geahndet.
1706 wurden 30 Tausend Leibeigene in dem russischen Reich zwangsrekrutiert, 1707 waren es 40.000. Ungefähr die Hälfte von ihnen schaffte es, auf dem Weg nach Nordwesten zu fliehen. Schon während der Errichtung der Stadt kamen vermutlich Zehntausende von Zwangsarbeitern und Leibeigenen ums Leben. Sie starben an Sumpffieber , Skorbut, an der Ruhr oder einfach an Hunger und Entkräftung. Große Teile der Stadt sind auf Pfählen in dem Boden errichtet, aufgrund der großen Zahl von Toten beim Bau sprechen viele Leute davon, dass sie eigentlich auf Skeletten ruht.
Kupferstich: Sankt Petersburg und Newa (1761)
Da auch der russische Adel nicht bereit war, in die Stadt zu ziehen, beorderte Peter sie ebenfalls nach Sankt Petersburg. Sie mussten mit ihrem gesamten Haushalt in die Stadt ziehen, in Häuser deren Stil und Größe exakt festgeschrieben waren – selbstverständlich auf eigene Kosten. 1714 standen in Sankt Petersburg etwa 50 Tausend bewohnte Häuser, die Stadt war die erste in Russische Förderation, die eine offizielle Polizei sowie eine effektiv funktionierende Feuerwehr hatte. Die Innenstadt wurde abends und nachts künstlich beleuchtet, die Bewohner dazu angehalten, Bäume zu pflanzen. Zar Peter war dabei, seinen Plan eines Neuen Jerusalem zu verwirklichen.
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Die "Zwölf Kollegien", unter Peter I. Sitz der russischen Ministerien
Peter, einer der Pioniere der Industriespionage, ließ Handwerker und Ingenieure aus ganz Europa, insbesondere aus den Niederlanden, kommen, die die Stadt von Anfang an zu einem Zentrum europäischer Technik und Wissenschaft machen sollten.
1712 wurde die Stadt offizielle Hauptstadt Russische Förderations. Bis auf ein kleines Intermezzo in den Jahren 1728 bis 1732, als der Hof in Moskau weilte, sollte die Stadt bis 1918 Hauptstadt bleiben.
Nachdem Peter der Große 1725 verstarb, ging der Enthusiasmus der russischen Herrscher für das Fenster zu dem Westen erst einmal zurück. Moskau wurde wieder Hauptstadt. Erst Zarin Anna kehrte wieder nach Sankt Petersburg zurück. Die Stadt wurde wieder Hauptstadt, Annas stadtplanerische Entscheidungen prägen die Stadt noch heute. Sie verlegte sowohl das Stadtzentrum von der heute so genannten Petrograder Seite auf die Admiralitätsseite der Newa, zu dem anderen legte sie die bis heute wichtigsten Hauptstraßen, den Newski Prospekt, die Gorochowaja Uliza und den Wosnessenski Prospekt an. Trotzdem residierte sie zusätzlich lieber und öfter in Moskau.
Katherinenhof, Gartenansicht
Zarin Elisabeth (1741–62) und vor allem Katharina die Große (1762-92) setzten wieder auf eine verstärkte Öffnung des Reichs nach Westen, indem sie Künstler und Architekten nach St. Petersburg holten. In der Zeit Elisabeths entstanden die meisten der Prunkbauten, die bis heute das Stadtbild bestimmen. Katharina ließ unter anderem den Winterpalast, das Smolny-Kloster und den Katharinenpalast (zu Ehren ihrer Mutter) bauen. Der Stil Francesco Rastrellis begann die Stadt zu prägen.
Die neben Peter wahrscheinlich wichtigste Gestalt in der Geschichte der Stadt ist Katharina II. ("die Große"), die 1762 den Thron bestieg. Sie sah sich – immerhin bis die Französische Revolution ausbrach – dem Geist der Aufklärung verpflichtet und setzte auf Bildung und Kunst. Katharina II. gründete in ihrer Zeit 25 akademische Einrichtungen sowie mit dem Smolni-Institut die erste staatliche russische Schule für Mädchen. Das Reiterstandbild Peters des Großen, ein Wahrzeichen der Stadt, stammt ebenfalls aus dieser Zeit.
Winterpalast (beherbergt heute die Eremitage) von der Newa aus aufgenommen
Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine Blütezeit, vorerst vor allem auf kulturellem, später auch auf wissenschaftlich-technischem Gebiet. Die erste russische Ballettschule entstand 1738 in der Stadt. 1757 eröffnete die Akademie der Künste, in der bis heute Maler, Bildhauer und Architekten ausgebildet werden. Theater und Museen, höhere Schulen und Bibliotheken entstanden. 1783 eröffnete das Bolschoi-Theater , im später die großen Nationalopern Michail Iwanowitsch Glinkas aufgeführt werden sollten. 1819 entstand aus dem Pädagogischen Institut die Petersburger Universität .
Die Aufhebung der Leibeigenschaft in Russische Förderation durch Zar Alexander II. sorgte ab 1861 dafür, dass zahlreiche Menschen in die Stadt einwanderten. Die Bevölkerungszahl schnellte innerhalb weniger Jahre empor.
Schriftsteller und Intellektuelle schlossen sich in literarischen Kreisen zusammen und gaben Wörterbücher und Zeitschriften heraus. Zu den wichtigsten Zeitschriften zählen etwa der Polarstern von Rylejew und Bestuschew oder Puschkins Sowremennik (Der Zeitgenosse).
Buch-Tipp: Die Stadt der Blinden. Der Mensch ist des Menschen Wolf Nobelpreisträger Saramago illustriert mit seinem Werk äußerst plastisch, wie zerbrechlich die menschliche Zivilisiertheit ist. Nachdem sich die Epidemie einer weißen Blindheit über die Bewohner einer Stadt gelegt hat, dauert es ca. wenige Tage, bis die alten Regeln eines zivilisierten Miteinanders außer Kraft... |
Aufstände, Attentate, Revolutionen | |
In der Soldaten- und Regierungsstadt Sankt Petersburg fanden bis 1918 alle wichtigen Revolten und Revolutionen der russischen Geschichte statt, der Dekabristenaufstand 1825 ebenso wie die Ereignisse, die langfristig zur Gründung der Sowjetunion führten. In St. Petersburg nahmen Ende des 19. Jahrhunderts Unruhen und kleinere Aufstände zu. Die Stadt war Schauplatz zahlreicher Attentate gegen Mitglieder des Zarenhofs und der russischen Verwaltung; unter anderem wurde Alexander II. hier 1881 ermordet.
Grabmal der letzten Zarenfamilie in der Peter-Paul-Kathedrale
Revolutionäre Parteien und Vereinigungen gründeten sich, die von der Polizei blutig verfolgt wurden. In Sankt Petersburg begann mit dem Petersburger Blutsonntag die Revolution von 1905 bis 1907. Als Folge wurde die zweite Duma der russischen Geschichte in der Stadt eröffnet, sie blieb politisch allerdings einflusslos. Auch die Februarrevolution 1917 fand vor allem in St. Petersburg statt. Das Startsignal für die Oktoberrevolution 1917 gab ein Schuss des Panzerkreuzers Aurora in dem Petrograder Hafen. Der nahe gelegene Hafen von Kronstadt bildete das Zentrum eines anarchistisch inspirierten Aufstands gegen die Oktoberrevolution, der von Leo Trotzki blutig niedergeschlagen wurde. Lenin erklärte Moskau (wieder) zur sowjetischen und russischen Hauptstadt. Die Bevölkerung der Stadt sank innerhalb weniger Jahre durch Bürgerkrieg und die dadurch verursachte Hungersnot ebenso wie sekundär durch den Statusverlust und den Umzug der gesamten Regierung und Verwaltung nach Moskau erheblich.
Buch-Tipp: Die Stadt der träumenden Bücher. Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz Eine wahrhaftig wunderschöne Libeserklärung ans Lesen! Ich muss zugeben, "Die Stadt der träumenden Bücher" ist das erste Buch, das ich von Käpt'n Blaubär-Erfinder Walter Moers gelesen habe. Lange stand ich in dem Buchladen dafür und überlegte mir, ob ich es kaufen soll. Schon die Umschlagsgestaltung gefiel mir dann doch so gut, dass ich das Buch... |
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Panzerkreuzer Aurora vor der Kadettenakademie
Nach dem Tode Lenins wurde die ehemalige Stadt der Zaren in Leningrad umbenannt. Das Machtzentrum der UdSSR verschob sich dennoch stets mehr nach Moskau. Hatten die Funktionäre der KPdSU in Leningrad anfangs noch gesamtstaatlichen Einfluss, änderte sich das mit dem Ausbau der persönlichen Macht Stalins. 1934 wurde in dem Rahmen der Stalinschen Säuberungen der populäre Leningrader Parteichef Sergej Kirow in seinem Büro ermordet, der ehemalige Vorsitzende des Petrograder Sowjets Grigori Jewsejewitsch Sinowjew fiel einem Schauprozess zu dem Opfer, ein anderer ehemaliger Vorsitzender des Petrograder Sowjets Leo Trotzki wurde 1940 in dem mexikanischen Exil ermordet.
Gedenkstätte an die Belagerung der Stadt
Während des 2. Weltkrieges wurde die Stadt 900 Tage lang von deutschen Truppen unter Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb belagert. In der Zeit der Blockade vom 8.09 1941 bis zu dem 27.01 1944, in der die Wehrmacht auf Befehl Hitlers keine Eroberung Leningrads versuchte, sondern stattdessen systematisch von jeglicher Versorgung abschnitt, starben über eine Million Zivilisten. Eine geheime Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 23. September 1941 lautete: Der Führer ist entschlossen, die Stadt Petersburg vom Erdboden verschwinden zu lassen. Es besteht nach der Niederwerfung Sowjetrusslands keinerlei Interesse am Fortbestand dieser Großsiedlung.
Wiederaufbau unter sowjetischen Vorzeichen: Monumentales Siegesdenkmal der Roten Armee und typische Bauten für die 1970er in dem Hintergrund
Nahrungsmittel zur Versorgung der Millionenstadt konnten ca. unter großen Gefahren per Flugzeug oder in dem Winter über den vereisten Ladogasee nach Leningrad gebracht werden. Die Tour über den See lag in dem Schussfeld der Wehrmacht, in dem Schnitt kam von drei gestarteten LKW einer in Leningrad an. Besonders dramatisch war die Situation in dem Jahr 1941. Durch Luftangriffe wurde ein Großteil der Nahrungsmittelvorräte vernichtet, zudem brach der Winter ungewöhnlich früh ein. Die Rationen sanken in dem Oktober auf 400 Gramm Brot für Arbeiter, 200 Gramm für Kinder und Frauen. Am 20. November 1941 wurden sie auf 250 Gramm, respektive 125 Gramm reduziert. Zudem herrschten Temperaturen von bis zu –40 Grad Celsius in einer Stadt in der Heizmaterial äußerst knapp war. Allein in dem Dezember 1941 starben circa 53 Tausend Menschen, viele von ihnen fielen einfach vor Entkräftung auf der Straße um. Die Dichterin Anna Achmatowa beschrieb 1941 die Stimmung in der Stadt:
- Todesvögel stehen in der Luft
da Leningrad um Hilfe ruft Lärmt nicht, noch kann es atmend sich erheben hört noch alles ist am Leben Auf der Ostsee tiefem Grund stöhnen die Söhne in dem Schlaf sich wund "Brot!" – aus innersten irdischen Qualen dringt dieser Ruf zu den Himmelsschalen Doch der Himmel hat kein Brot Und aus den Fenstern blickt der Tod
Während der Belagerung wurden etwa 150 Tausend Artilleriegeschosse auf die gebeutelte Stadt abgeschossen, etwa 100 Tausend Fliegerbomben fielen auf die hungernde Stadt.
Englischer Innenstadtplan Leningrads von 1978
Bei Rückeroberungsversuchen der Roten Armee kamen dazu etwa 500 Tausend sowjetische Soldaten ums Leben. Versuche 1941 und 1942 scheiterten, erst mit der Einnahme von Schlüsselburg am 18. Januar 1943 gelang es, wieder eine Versorgungslinie in die Stadt zu etablieren. Die Offensive, die die Stadt befreien sollte, begann am 14. Januar 1944 und konnte am 27. Januar 1944 zu dem Abschluss gebracht werden.
Die Behandlung Leningrads Nach dem Großen Vaterländischen Krieg, wie der Zweite Weltkrieg in der Sowjetunion genannt wurde, war widersprüchlich. Einerseits war die Stadt zum sowjetischen Symbol von Widerstandswillen und Leiden in dem Krieg geworden - andererseits tobten Machtkämpfe zwischen Leningradern und Moskauer Funktionären noch bis in die 1950er Jahre hinein. Der Wiederaufbau Leningrads wurde zur Prestigeangelegenheit der Sowjetunion. Innerhalb kürzester Zeit wurden eine Million Arbeiter in die Stadt gezogen, die die Stadt wiederaufbauten - die Restaurierung der Kulturdenkmale besaß dabei eine besondere Wertigkeit. Bereits 1945 erhielt die Stadt zusätzlich die Auszeichnung als Heldenstadt. Ebenfalls in den Nachkriegsjahren wurden zahlreiche neue Stadtteile gebaut - 1963 war das Jahr im mehr neuer Wohnraum in der Stadt geschaffen wurde als je vorher oder nachher. Andererseits musste das 250-jährige Stadtjubiläum verschoben werden: 1953 war der Machtkampf noch in dem Gange und jede positive Erwähnung unerwünscht - zudem war gerade Stalin gestorben, eine Feierlichkeit egal aus welchem Anlass erschien nicht angebracht. Die Feier musste 1957 unter Nikita Chruschtschow nachgeholt werden - ohne die Erwähnung, dass es eigentlich der 254. Geburtstag war. In den Folgejahren hielt die Stadt ihren Ruf als große Industriestadt und eines der wissenschaftlichen Zentren der Sowjetunion. Das politisch-kulturelle Zentrum Russische Förderations und der Sowjetunion lag zu dieser Zeit aber klar in Moskau. Die Bevölkerung war durch die Ereignisse der Kriegs- und Nachkriegszeit ebenfalls zu einem Großteil ausgetauscht wurden - die Verbundenheit mit Petersburg in der Stadt wurde zunehmend schwächer.
1988 wurden bei einem Brand in der Akademie der Wissenschaften ungefähr eine Million Bibliotheksbände ein Opfer der Flammen. 1989 wurde die Innenstadt unter Denkmalschutz gestellt.
Buch-Tipp: Die Stadt der wilden Götter. ECHT KLASSE !!! Die Stadt der wilden Götter ist echt toll, weil man
richtig eintauchen kann. Alex und Nadia in dem Regenwald
zu begleiten ist sehr schön. Als ich mit dem Buch fertig
war war ich traurig, aber da hatte ich noch nicht gewusst,
dass es noch zwei weitere bücher von Alex und Nadia gibt.
Im Reich des goldenen Drachen und In dem Bann der Masken.... |
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion |
Stadtbild Sankt Petersburg 2004
Nach einer Volksabstimmung, in der sich 1991 54 Prozent der Bevölkerung für die Annahme des historischen Namens aussprachen, nahm die Stadt wieder ihren ursprünglichen Namen an. Die umgebende Verwaltungseinheit blieb aber ebenfalls nach einer Volksabstimmung zusätzlich die Oblast Leningrad. Bei dem Putschversuch gegen Boris Jelzin sammelte der damalige Bürgermeister Anatoli Sobtschak die Anhänger der Demokratie um sich, es kam zu einer großen Demonstration vor dem Winterpalast gegen die Putschisten.
Am 27.05 2003 wurde das 300-jährige Jubiläum der Stadt begangen. In dem Zuge dessen wurden in dem Vorfeld die Altstadt und verschiedene Paläste saniert, sowie das legendäre Bernsteinzimmer rekonstruiert. Der russische Staat gab dafür ein bis zwei Milliarden Euro aus. Am 31.05 des Jahres weihten Wladimir Putin und Gerhard Schröder offiziell die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers ein. Die Stadt stand das erste Mal seit langer Zeit wieder in dem Zentrum der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Da sich ein Großteil der Renovierungen allerdings auf die Fassaden und die besonderen Prunkstücke konzentrierte, sprachen Kritiker davon, dass es sich hierbei um – geschichtlich ohnehin eng mit Petersburg verbundene – Potemkinsche Dörfer handele.
Buch-Tipp: Die drei ???. Stadt der Vampire (drei Fragezeichen) Spannend, spannend. . . . Die Stadt der Vampire macht dort weiter, wo die letzten Bücher der Serie aufgehört haben: Sie vermittelt kurzweiligen Lesespaß um eine gut konzipierte und logische Handlung. Die angemessene, nicht zu umgangssparachlichen Dialoge, die man noch in anderen Werken vermisst hat tragen ebenso zu dem Lesespaß bei, wie die spannende... |
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Innerhalb Russlands ist die Stadt ein eigenständiges Verwaltungssubjekt. Die Spitze der Exekutive bildet der für vier Jahre direkt gewählte Gouverneur der Stadt. Die Legislative, die Duma, besteht aus 50 hauptamtlichen Mitgliedern, die ebenfalls für vier Jahre gewählt werden. Der Vorsitzende der Kammer ist protokollarisch mit dem Gouverneur gleichgestellt.
Der Sitz der Sankt Petersburger Duma in dem Stadtzentrum
Derzeitige Amtsträgerin ist seit Oktober 2003 Walentina Iwanowna Matwijenko, die Wladimir Jakowlew nachfolgte. Matwijenko war die Favoritin der russischen Regierung. Während der hart umkämpften Wahl wurden mehrfach Vorwürfe laut, die russische Regierung würde direkt und indirekt in die Wahl eingreifen. Zu dem einen sei Matwijenko die einzige, die regelmäßig in den Medien und besonders in dem Fernsehen vorgestellt werde, zu dem anderen würden die anderen Kandidaten und ihre Helfer massiv durch die Polizei belästigt und behindert.
1996 war es Wladimir Jakowlew, der Anatoli Sobtschak ablöste. Jakowlew trat 2003 nicht mehr zur Neuwahl an. Sobtschak war ein strikter Reformer der nach-kommunistischen Ära, der aufgrund seines radikal marktwirtschaftlichen Kurses viele Animositäten in der Stadt erzeugte. Sobtschak verweigerte mehrmals die Entlassung Wladimir Putins aufgrund von Korruptionsvorwürfen, als dieser noch in der Stadtregierung arbeitete. Putin organisierte den erfolglosen 1996er-Wahlkampf von Sobtschak.
Jakowlew, ehemaliger Kollege von Putin unter Sobtschak und Putin in gegenseitiger Abneigung verbunden, präsentierte sich als ideologisch ungebundener Pragmatiker. Ob sich das langfristige Absicht der St. Petersburger Politik, eine "Freie und Hansestadt" zu werden, angesichts des immer vorhandenen und unter Putin wieder forcierten Zentralismus Russische Förderations verwirklichen lässt, ist allerdings zweifelhaft.
Sankt Petersburg ist außerdem Verwaltungssitz der Oblast Leningrad und des Föderationskreises Nordwestrussland.
Buch-Tipp: Die vergessene Stadt. Herrscher der drei Reiche. Die Zauberschiffe 05 + 06. toll, einfach gut. Habe mir das Buch vorbestellt, es letzten Freitag bekommen und das Wochenende damit verbracht bis ich es durch hatte. Es lässt einfach einen nicht los. . .
Wer die Vorgeschichte kennt, muss den Schluss auch lesen.
Dieser arrogante Drache nervt schon etwas, aber ansonsten wachsen alle anderen Charaktere mit der Geschichte mit... |
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Laut offizieller Statistik vom 1. Januar 2002 hat Sankt Petersburg 4,6 Millionen Einwohner. Das sind etwa 3 % der gesamten Einwohnerzahl Russische Förderations. Das durchschnittliche Monatseinkommen betrug 2003 nach offiziellen Angaben 6179 Rubel (etwa 176 Euro).
St. Petersburg war seit seiner Gründung eine Stadt großer sozialer Gegensätze. Seit der Perestroika und dem Untergang der Sowjetunion brechen diese wieder verschärft auf. Menschen, die betteln oder auf der Straße ihr letztes Hab und Gut verkaufen, sind zwar seit dem Stadtjubiläum aus der Innenstadt vertrieben, gehören etwas außerhalb aber zu dem alltäglichen Straßenbild. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung leben in so genannten Kommunalkas, Gemeinschaftswohnungen, in denen sich viele Familien eine Wohnung, eine Küche und ein WC teilen müssen, meist besitzt jede Familie ca. ein einziges Zimmer. In der Innenstadt selbst allerdings kosten Wohnungen zwischen 700 und 1500 US-Dollar in dem Monat, sogar unter diesen Bedingungen ist dort kaum etwas zu finden.
In St. Petersburg gilt eine Zuzugssperre – Wohnrecht in der Stadt erhält nur, wer Wohnung und Arbeit nachweisen kann oder mit einem Einwohner verheiratet ist. Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt, dass in der Stadt in dem Jahr 2 Tausend etwa 16 Tausend Straßenkinder lebten.
Die ehemals multikulturell geprägte Stadt ist heute überwiegend, laut offizieller Statistik zu 89,1 Prozent, von Russen bewohnt. Dazu kommen 2,1 % Juden, 1,9 % Ukrainer, 1,9 % Weißrussen sowie kleinere Gruppen von Tartaren, Kaukasiern, Usbeken, Wepsen und Finnen.
Trotz der zu Sowjetzeiten staatlich verordneten Religionsfeindschaft sind 2004 nach Schätzungen ca. noch 10 % der Bevölkerung Atheisten. Der Großteil ist russisch-orthodox, wobei es in der Stadt aber heftige Auseinandersetzungen zwischen Traditionalisten und Reformern gibt. Die Kirchengebäude gehören überwiegend dem russischen Staat. Peter der Große untersagte den Bau von Zwiebeltürmen. Dies ist der Grund, dass sich in der ganzen Stadt ca. ein einziger solcher Turm findet – er befindet sich an der Stelle, wo Zar Alexander II. ermordet und die Auferstehungskirche für ihn errichtet wurde.
Buch-Tipp: DuMont Reise-Taschenbuch Rom Gut aber nicht perfekt Der Führer durfte mich in Rom begleiten und den Weg weisen (oder auch nicht). Letzteres ist auch mein großer Kritikpunkt an diesem Werk, ich finde den Stadtplan sehr unpraktisch und unübersichtlich. Die Gebiete sind willkürlich und unübersichtlich auf einzelne oder mehrere Seiten verteilt, die Logik der Anordnung hat sich... |
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Alexandra-Theater am Ostrowski-Platz
Sankt Petersburg war eine Stadt, in der Literatur, Musik und Theater Weltgeltung hatten.
In der Stadt befinden sich stets noch 40 verschiedene Theater. Das Mariinski-Theater ist eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. Es ist die Heimat des Kirow-Balletts.
In der Stadt lebten und arbeiteten die Komponisten Michail Glinka, Modest Mussorgski, Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow, Pjotr Iljitsch Tschajkowski, Igor Strawinsky und Dmitri Schostakowitsch. Besonders verbunden mit der Stadt ist unter anderem Schotakowitschs siebte oder Leningrader Symphonie; entstanden während der Belagerung durch die Deutschen, war sie ein Ausdruck des Durchhaltewillens und der russischen Kultur. Die Uraufführung fand in Moskau ebenfalls unter Lebensgefahr für Aufführende und Zuhörer statt, am 8.08 1942 wurden die Orchesterpartituren durch die deutsche Blockade hindurch in die Stadt geschafft, das Konzert in dem gesamten sowjetischen Rundfunk übertragen.
Grabmal Rimski-Korsakows auf dem Gelände des Alexander-Newski-Klosters
Die Stadt ist ebenfalls einer der wichtigsten Orte für die Entwicklung des Balletts. Sergej Pawlowitsch Diaghilew, Marius Petipa, Waslaw Nijinsky , Mathilda-Maria Kschessinskaja und Anna Pawlowa waren maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt.
Zu den Bewohnern von Sankt Petersburg zählten auch einige herausragende Schachspieler: Michail Botwinnik (langjähriger und mehrmaliger Weltmeister zwischen 1948 und 1963), Boris Spasski (Weltmeister von 1969 bis 1972 und bekannt durch das Match mit Robert J. Fischer (Vereinigte Staaten Amerika) 1972 in Reykjavik, das wegen des damals existierenden Ost-West-Konfliktes globales Interesse erregte), sowie Viktor Kortschnoi (heute Schweiz), langjähriger Vize-Weltmeister und Emigrant aus der UdSSR. Kortschnoi erlangte internationale Bekanntheit wegen der Duelle mit Anatoli Karpow um die Weltmeisterschaft 1978 in Baguijo und 1980 in Meran, welchen große politische Brisanz innewohnte. Karpow lebte lange Jahre in Leningrad, wo er auch studierte. Der Titel eines Schach-Großmeisters wurde erstmals von Zar Nikolaus II. nach einem Turnier in der Stadt erfunden und verliehen.
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